Susa
Dienstag, den 12. April 2011 um 23:31 Uhr    PDF Drucken E-Mail

The Ziggurat of Chogha Zanbil.

Susa (persisch ‏ش‎, biblisches Hebräisch: (Schuschan); altgriech.: Σοῦσα, lat.: Susa) war eine antike Stadt. Ihre Reste liegen im Südwesten des heutigen Iran nahe der irakischen Grenze in der Provinz Chuzestan am Rande der heutigen Stadt Schusch. Susa ist eine der ältesten durchgehend besiedelten Städte der Welt. Die Etymologie des Stadtnamens ist unsicher?

Vom dritten bis zum ersten Jahrtausend v. Chr. war Susa mit kurzen Unterbrechungen Hauptstadt des Reiches von Elam und blieb auch nach dem Untergang dieses Reiches ein  bedeutendes urbanes Zentrum. Verschiedene archäologische Ausgrabungen erbrachten reiche Funde. Aufmerksamkeit erregte vor allem der Codex Hammurapi, der schon im Altertum als Beutegut nach Susa verschleppt worden war.

Nach biblischer Überlieferung soll sich Daniel während des babylonischen Exils in Susa aufgehalten haben. In den Erzählungen im Buch Ester spielt der Ort ebenfalls eine wichtige Rolle Achämenidenreich:

Geflügelter Sphinx aus dem Palast Darius des Großen in Susa.

Das Susa des Achämenidenreiches ist besser bekannt als die Stadt der anderen Epochen. Die Stadt wurde zu einer der Residenzstädte des Reiches ausgebaut. Das biblische Buch Ester spielt zum großen Teil im Susa der Zeit von Xerxes I. Bei dem griechischen Historiker Herodot ist es sogar die einzige persische Residenz, die Erwähnung findet.

Auf der Apadana wurde in dieser Zeit ein großer Palast für Dareios I. errichtet. Dieser Herrscher war es vor allem, der die Stadt erheblich um- und ausbaute. Teile der Bevölkerung wurden nach Osten und Norden, in das sogenannte Künstlerviertel umgesiedelt. Auf der Akropolis stand nun eine Festung. Die Königsstadt war zu dieser Zeit von einer Mauer umgeben, die an ihrer Basis fast 20 Meter breit und 10 bis 12 Meter hoch war.

Der Palast von Dareios I. ist sicherlich das wichtigste noch heute zu sehende Gebäude in der Stadt. Die Erbauung des Palastes wird in Inschriften beschrieben. Für den Bau kam Zedernholz aus dem Libanon, andere Holzarten aus Indien, Gold aus Sardis und Baktrien. Die Steine für die Säulen des Palastes wurde in der Nähe der Stadt gebrochen. Die Handwerker für diesen Bau kamen aus vielen Teilen des Reiches.Das Gebäude selbst bestand aus einer Reihe von Höfen. Im Osten stand ein großer Torbau und im Norden stand die Apadana, die Säulenhalle, die dem ganzen Viertel den Namen gab. Der Bau war reich mit reliefierten Kacheln dekoriert. Viele Inschriften von Dareios I., meist in altpersisch, aber auch in elamitisch oder babylonisch verfasst, konnten im Palast aber auch in der Stadt geborgen werden.

Neben diesem Palast gab es noch weitere derartige Bauten. Im Westen der Stadt, jenseits des Schaur, wurde ein achämenidisches Palastgebäude ausgegraben. Der Bau ist jedoch nur schlecht erhalten. In dieser Gegend wurden bei modernen Bauarbeiten im Jahr 1969 die Reste einer weiteren Säulenhalle entdeckt, die Artaxerxes II. zugeordnet wurde. Schließlich konnte ganz im Süden der Stadt ein großes, palastartiges Gebäude ausgegraben werden. Dessen Datierung ist umstritten, doch wurden dort achämenidische Elfenbeinarbeiten, die wahrscheinlich Einlagen in Möbeln waren, gefunden. Auch wenn das ausgegraben

Gebäude also vielleicht in spätere Zeit zu datieren sein sollte, so deuten diese Intarsien doch auf wichtige Bauten bereits in achämenidischer Zeit.

Das Ruinenfeld heute:

Der Brite William Kennett Loftus konnte 1851 den Ort als das aus schriftlichen Quellen bekannte Susa identifizieren. Seit dieser Zeit werden mit Unterbrechungen vorwiegend französische Ausgrabungen (Jacques de Morgan und Roman Ghirshman) in der Stadt durchgeführt. Bedingt durch die Größe der Schuttablagerungen, die teils zu früh erfolgten Ausgrabungen und die damit einhergehenden schlechten Dokumentationen, ist es nur schwer möglich, die einzelnen Bauwerke und die Stadtentwicklung zu rekonstruieren. Der Bereich des Inšušinak-Heiligtums auf der Akropolis wurde zwar ausgegraben und dort wurden auch die reichsten Funde gemacht, die sicherlich dem Tempel zuzuordnen sind, die architektonischen Reste sind jedoch bei den frühen Ausgrabungen von de Morgan oftmals vollkommen übergangen worden.

Vor allem die ältesten Schichten liegen teilweise bis zu 20 Meter unter dem heutigen Boden und sind nur an einigen Stellen freigelegt worden. Es konnten stellenweise über 25 archäologische Schichten unterschieden werden. Auch die jüngeren, oberen Schichten aus der seleukidischen, parthischen, sassanidischen und islamischen Zeit sind, weil sie der früheren und auch späteren Forschung von wenig Interesse waren, oftmals einfach ohne gewissenhafte Dokumentation abgeräumt worden.

Die islamische Stadt

639 wurde Susa bei der arabischen Eroberung des Iran zerstört, erholte sich aber von diesem Schlag. Auch die islamische Stadt war ein regionales Zentrum, das mit über 400 Hektar weiterhin beachtliche Ausmaße hatte. Es wurde die erste Moschee errichtet, aber auch nestorianische Bischöfe sind weiterhin bezeugt, daneben gab es eine jüdische Gemeinde mit einer eigenen Synagoge. In der Stadt wurde das Grab des Propheten Daniel (vgl. Buch Daniel) (wobei mehrere Orte beanspruchten sein Grab zu beherbergen) lokalisiert, das ein Pilgerzentrum wurde und auch heute noch ist.

Die Stadt war in dieser Zeit weiterhin ein Produktionszentrum für Luxusstoffe. Susa wurde um 1259 von den Mongolen zerstört und konnte danach nie wieder die alte Bedeutung erlangen. Archäologisch ist die islamische Periode vor allem durch ihre reiche Keramik gekennzeichnet. Heute ist der Ort ein kleines lokales Zentrum mit dem Namen Schusch und circa 60.000 Einwohnern.